Victoriastraße 8

Hausbiographie Victoriastrasse 8

Baugeschichte

Die Erstbebauung erfolgte 1857-58 als Teil des Projekts der Investoren Achard und Meyer, die den ehemaligen gastronomischen Betrieb des Herrn Günther erworben hatten,  um ihn abzureißen und stattdessen eine Reihe hochwertiger Bauten zu errichten, wofür sie den Architekten Friedrich Hitzig gewonnen hatten.
Die hier besprochene Doppelhaushälfte entstand im Bereich des ehem. Gartens von „Günthers Konzert-Saal“  und wurde nach Fertigstellung 1858 an den Holzhändler C.J.B. Bloch verkauft.
Nach Anlage der entsprechenden Zufahrtsstraße lautete die Adresse zunächst Kemperhof  7, in 1859-60 dann Victoriastraße 7 und ab 1861 Victoriastraße 8.
Die Bauakte dieses Hauses ist im Landesarchiv unter der Signatur B Rep. 202 : 2474 gelistet.

Nach den Plänen des GBI war das Haus zum Abriss vorgesehen. Der nördliche Teil der Viktoriastraße wurde aber vorerst verschont und zwischen 1943 und 45 während eines Luftangriffes oder mehrerer Luftangriffe schwer beschädigt.
Der Abriss folgte dann im Jahr 1950, wie die Abrissakten des Bezirks Tiergarten belegen.


Eigentümer:

1857- 90 Holzhändler C.J.B. Bloch
ab 1891 Bankier Moritz Lewenz stellv. Vors. d. A. R. d. Terrain A. G. in Niederschönhausen

Bewohner / Mieter:
Pensionär Becker (1860-61)
Buchhalter / Rentier Cauer (1860-70)
Komponist Ehlert (1860-63)
Kfm / Rentier / Particulier Liebermann (1860-83)
Portier Liebenow (1864-65)
Portier Zobel (1868-92)
Rentieren C. und O. Meyerowitz (1871-95)  ab ?? nur noch ein Frl. M.
Kfm A. Bloch (1871-75/76)
Bankier / Kfm von Kaufmann (1883-87)
Rentier Meyer  (1889-95)
Portier R. Stolzenburg  (1892-1900)
Rentiere J.Meyer   (1897-1900)
Kanzleirat Liers  (1897-99)
Schriftsteller E. Liers  (1898-99)
Rentier M. Meyer (1901-12) 
Gymnasiallehrer M. Wenzel  1900-1902)
Fabrikbesitzer Dr. phil. H. Lewenz (1905-09)
Portier F. Krüger  (1905-07)   V.
Portier E. Bolz  (1908-14)    V.
Rentiere L. Meyer (1913-14)
Regierungsbaumeister F. Weber   (1915-18)
Direktor A. von Holtzendorff  (1916-21)
RA Prof. Dr. H. Wimpfheimer (1919-34)
Sulfitspiritus GmbH  (1921-32)
Direktor H. von Meibohm  (1922-28)
Werner-Interessen GmbH  (1922 – 23oder24)
Sanitätsrat Dr. med. R. Friedländer (1924oder25 – 33)
RA und Notar / Reichsminister a.D. H.F. Albert  (1926-38)
Baumeister Strohbusch (1926-27)
RA und Notar G.A. Westrick  (1926-37)
Hamburg-Amerika-Linie  (1927)
RA C.W. Hauß (1934-38)
RA K. von Lewinski (1934-35)
Sanitätsratswitwe A. Lilienfeld (1934-37)
Vertreter G. Friedländer  (1935)
Kfm Graf F. York von Wartenberg  (1935-39)
Der Oberpräsident der Provinzen Brandenburg und Grenzmark Posen/Westpreußen (1937-
Industrie-Lloyd GmbH (1938-39)
Journalist H. Greene (1939)

ab 1940 steht das Haus im Adreßbuch als „unbewohnt“ und war zum Abriss bereit, der dann aber nicht erfolgte.


Bildmaterial
:
Diese Villa wurde oft dargestellt und fotografiert.
Im Atlas zur Zeitschrift für Bauwesen, hrsg. v. G. Erbkam, Jg. 9, 1859 gibt es einige Blätter mit Details zu dieser Anlage (damals noch mit Nr. 7 versehen), die vom Architekturmuseum der TU digitalisiert wurden und als open access-Dateien zur Verfügung gestellt werden.

Digitalisat beim Architekturmuseum der TU Berlin (open access)     Link

Digitalisat beim Architekturmuseum der TU Berlin (open access)     Link

Ergänzend dazu der Hinweis auf die Übersicht über alle von Hitzig geplanten Gebäude aus 1858. Digitalisat beim Architekturmuseum der TU

Weitere Blätter zeigen:
Details
Nebengebäude und Querschnitte
sowie diese Ansicht. Die linke Doppelhaushälfte ist Nr. 8, damals noch mit Nr.7 versehen.

Entsprechend ist auch dieses Treppenhaus in dem linken der beiden Häuser entstanden:

Digitalisat beim Architekturmuseum der TU Berlin (open access)     Link

um 1920 wurden 16 Aufnahmen des Hauses gefertigt, die vom Bildarchiv Foto Marburg zur freien Verwendung angeboten werden. Link

eines dieser 16 Fotos….

separat davon gibt es bei Foto Marburg drei weitere Bilder aus dem Inneren des Haues
Kamin   Türklinke     Ofen

F Rep. 290 (01) 0152495   Link

Quellen
– Hartwig Schmidt: das Tiergartenviertel. Baugeschichte eines Berliner Villenviertels. Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Beiheft 4. Berlin 1981
– Digitalisierte Berliner Adressbücher 1841 bis 1943. Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
– Wikipedia.de
– geni.com
– myheritage.com

Diese Hausbiographie wurde zusammengestellt von Alexander Darda, Januar 2026
Ergänzungen vorbehalten

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